Emmanuelle Bertrand, Violoncello

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„Der warme, edle und runde Ton ist einfach ein Traum: Wer Emmanuelle Bertrand spielen hört, muss sich eigentlich sofort in ihren Klang verlieben“ (NDR Kultur).

Emmanuelle Bertrand, die durch die „Victoires de la Musique Classique“ 2002 die Aufmerksamkeit eines breiteren Publikums auf sich gezogen hat, zählt heute zu den namhaftesten Violoncellistinnen.
Sie studierte bei Jean Deplace und Philippe Muller am Conservatoire National Supérieur de Musique in Lyon und Paris und gewann mehrere Wettbewerbe: sie ist zudem Preisträgerin des Internationalen Rostropowitsch-Wettbewerbs, gewann den ersten Preis des Japanischen Kammermusikwettbewerbs in Tokio 1996, erhielt den Preis der Académie Internationale Maurice Ravel und den Förderpreis der Fondation d’Entreprise Natexis.
Ihre Begegnung mit Henri Dutilleux im Jahr 1999 war von größter Bedeutung für ihre weitere künstlerische Entwicklung: „Ihre Interpretation hat mich sofort beglückt, durch ihre Klangtransparenz, rhythmische Präzision, technische Perfektion und Bravour. Ich kann ohne Übertreibung behaupten, dass ihr Spiel für mich eine echte Offenbarung bedeutet.“
Sie widmet sich mit besonderer Vorliebe der Kammermusik: sie ist Mitglied des Ensembles Violoncelles français und tritt seit 1999 im Duo mit dem Pianisten Pascal Amoyel auf. In der Konzertsaison 2005-2006 brachten sie als Gemeinschaftsprojekt das szenische Konzert Le Block 15 in der Inszenierung von Jean Piat heraus, dem die Selbstzeugnisse von zwei Musikern zugrunde liegen, die dank der Musik im Zweiten Weltkrieg überlebten. Le Block 15 ist später für das Fernsehen bearbeitet worden. 2011 stellte sie das Projekt Le Violocelle de guerre vor, ein Programm mit Musik und Lesungen über das für Maurice Maréchal gebaute Cello in den Schützengräben des Ersten Weltkriegs, das auch Gegenstand eines Films von Christian Leblé für France Télévision war.
Ihr Interesse am zeitgenössischen Musikschaffen eröffnete ihr die Möglichkeit, Werke zur Uraufführung zu bringen, deren Widmungsträgerin sie ist, wobei insbesondere die Werke von Edith Canat de Chizy, Pascal Amoyel und Bernard Cavanna (Shanghai Concerto) zu nennen sind. 1997 spielte sie in Japan die Uraufführung der Quatrième Suite pour violoncelle seul von Nicolas Bacri und im Jahr 2000 die Uraufführung der Chanson pour Pierre Boulez von Luciano Berio. 2014 wird sie das Konzert für Violoncello und Orchester von Thierry Escaich uraufführen.
Als Konzertsolistin war Emmanuelle Bertrand Gast des Jerusalemer Sinfonieorchesters, des Orchestre Métropolitain du Grand Montréal, des Staatsorchesters der Ukraine, des BBC National Orchestra of Wales, des Orchestre Symphonique de Québec, des Ensemble Orchestral de Paris, des Orchestre National de Lille u.a. Sie gastierte in den großen Pariser Konzertsälen und bei namhaften Festivals in Europa, Japan, den USA und Kanada.
Alle ihre Aufnahmen bei harmonia mundi, als Solistin oder Kammermusikpartnerin von Pascal Amoyel, sind mit nationalen und internationalen Kritikerpreisen ausgezeichnet worden: Cannes Classical Award, Diapason d’Or, Choc der Zeitschrift Classica, ffff der Zeitschrift Télérama…
Emmanuelle Bertrand ist Chevalier de l’Ordre des Arts de Lettres. Emmanuelle Bertrand trat in 2012 die Nachfolge von Peter Wispelwey als Künstlerische Leiterin des „Festival de violoncelle de Beauvais“ an.

www.emmanuelle-bertrand.com